Tag 41 – Reise zum Ende der Welt

Nachdem ich mir am gestrigen Sonntag erneut eine Pause gönnte – sowohl vom Schreiben als auch vom Wandern –, bin ich nun auf dem Weg nach Fisterra. Um zunächst eine mögliche terminologische Verwirrung aufzuklären: Die Stadt heißt Fisterra, das Kap Finisterre. In zwei bis drei Tagen sollte ich dort ankommen und mir meine Fisterrana – sozusagen eine Zusatzurkunde zur Compostela – abholen. Und wenn ich dann noch lustig bin, laufe ich auch noch die etwa 30 Kilometer bis Muxia und mache das Triple voll – da können sich die Münchner Bayern aber mal sowas von ein Beispiel an mir nehmen.

Über die Ankunftsfreude in Santiago und die Weiterreise ans Kap legt sich aber auch ein Schatten: Heute Morgen trennten sich auch die Wege von Sandra, die ich zumindest auf meinem Camino nicht mehr wiedersehen werde. Und so reise ich weiter mit Lisa als dynamisches Duo. Mit etwas Glück werden wir Jutta und Ramon in Fisterra wiedersehen. Aber bereits seit geraumer Zeit lautet mein Plan: Mal schauen, was die Zukunft bringt. Ich erwarte nichts, freue mich über das, was mir der Tag schenkt (was derzeit in der Tat reichlich ist) und denke mir: „Es könnte auch schlimmer sein“, wenn es mal nicht optimal läuft.

Mittlerweile steht auch das tatsächliche Ende meiner Reise fest: Am 31. Mai werde ich zurück nach Berlin fliegen. Ich habe keine Vorstellung davon, wie ich dann mein altes Leben weiterleben werde. Ich weiß nicht, welche Unterschiede sich zur Vergangenheit auftun werden. Ich weiß vor allem nicht, wie ich mich mit den Menschenmassen in Einklang bringen soll, wo ich hier die Abgeschiedenheit und das Verbringen der Zeit in sehr kleinen Gruppen zu schätzen gelernt habe. Ich denke aber, dass sich alles irgendwie ergeben wird. Nicht von alleine, natürlich werde ich meinen Teil dazu beitragen, aber ich vertraue auf … ja, auf was eigentlich? Das Schicksal? Das Universum? Eine höhere Macht? Ehrlich gesagt weiß ich es selbst auch nicht. Aber ich bin mir sicher, dass sich alles fügen wird. Vielleicht nicht nach einem vorgefertigten Plan, vielleicht völlig zufällig und chaotisch, aber so, dass ich damit leben können werde. Und das ist das Wichtige: zu leben.

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