I, Robot

Gestern Nacht bin ich wieder in Berlin angekommen. Und es ist seltsam hier. Alles läuft ganz anders als in den letzten sieben Wochen. Der Tagesablauf ist komplett verschieden, alles bewegt sich viel schneller, man muss mehr überlegen, was zu tun sei – und hat damit weniger Ressourcen, um über andere Dinge nachzudenken.

So langsam greifen die Automatismen wieder. Ich weiß noch, wo es Essen zu kaufen gibt, in welchem Regal das gewünschte Produkt steht, wie ich dahin komme, etc. Und ich schaue mir dabei zu, wie ich diese Dinge erledige, ohne darüber nachzudenken. Ich funktioniere. Und während ich beobachte, wie ich funktioniere, stellt sich mir die Frage, inwiefern man bei diesen automatisierten Handlungsoptionen, die gedanklich in restriktive Grenzen gezwängt sind, noch von einem freien Willen sprechen kann. Und ich frage mich, ob ich schon immer so funktioniert habe, und ob die anderen Menschen auch alle so funktionieren, und ob es nicht notwendig wäre, sich vom Ballast der vorgefertigten Meinungen zu befreien, den allgemeinen Konsens nicht als das Nonplusultra anzusehen, sondern sich geistig zu emanzipieren, um wirklich und gerechtfertigterweise von „leben“ zu sprechen – im Gegensatz zu „existieren“.

Ich möchte mich nicht zwingen lassen. Nicht physisch, nicht mental, nicht zu einer Handlung, nicht zu einer Meinung, nicht zu einem Gedanken, nicht zu einer Emotion. Ich möchte mich frei entfalten können, ohne in irgendeiner Form gelenkt zu werden. Daher proklamiere ich frei nach Ton Steine Scherben: Lasst zurück, was euch zurückhält!

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