Aufstieg und Absteige – Teil 1

Fast zwei Monate bin ich nun zurück. So langsam habe ich mich akklimatisiert, hatte Zeit, über meinen Weg zu reflektieren, mich mit anderen Menschen darüber auszutauschen, mir zu überlegen, was ich beim nächsten Mal genauso, was anders machen würde. Damit auch ihr als potentielle zukünftige Jakobspilger davon profitieren könnt, möchte ich mich in den nächsten Tagen zu den Herbergen äußern, in denen ich nächtigen durfte, diese chronologisch abarbeiten und noch Erfahrungen zu verschiedenen Wegvarianten einfließen lassen.

Nicht selten wich die eigene Meinung von der meines Reiseführers ab. Und auch unter den Pilgern gab es zu ein und derselben Unterkunft verschiedene Ansichten. Es bleibt also festzuhalten, dass auch meine Urteile sehr subjektiv sein werden und abgesehen von eigenen Affinitäten sicher auch durch Faktoren wie Zeit (sowohl Saison als auch Tagesform), das Wetter, weitere Gäste und nicht zuletzt die eigene Stimmung bedingt sind.

Gleich kurz hinter Irun kann man einen kleinen Umweg von 2,2 Kilometern machen, um statt des direkten Weges nach Jaizubia auch noch Hondarribia zu besichtigen. Wer sich an meinen ersten Reisetag erinnert, der weiß, dass ich mit Ach und Krach in Jaizubia ankam. Eigentlich hatte ich aber vor, Hondarribia einen Besuch abzustatten, und auch jetzt noch würde ich es jedem empfehlen – außer vielleicht bei Dauerregen. Was es da zu sehen gibt? Schauen wir mal:

hondarribia

800px-hondarribia_etxeak

Meine erste Herberge war das Capitán Tximista (gespr.: Tschimista, baskisch für: Kapitän Blitz). Aufgrund der kurzen Entfernung wird wohl kaum jemand, der in Irun startet, hier schon unterkommen. Falls es aber doch irgendwie dazu kommen sollte, ist dies nicht der schlechteste Fall. In einem rustikalen Haus in ruhiger Lage finden sich neben 40 Betten in drei Räumen auch ein Aufenthaltsraum mit kleiner Bibliothek, der auch Bildbände zur Schönheit des Baskenlandes zu bieten hat.

Eine absolute Empfehlung ist albergue número dos  in Ulia bei den las doce tribus (Zwölf Stämmen). Hier war die Gastfreundschaft sehr groß. Wir wurden mit gutem Essen und selbstgebackenem Brot bewirtschaftet und Gespräche ergaben sich nicht nur unter den Pilgern.

ulia2

Für Pärchen wäre noch wichtig, dass die Schlafräume hier nach Geschlechtern getrennt sind.

Weiterhin sollte man sich mal über die Gemeinschaft der Zwölf Stämme kundig machen. Ich hatte das vorher nicht und habe mir nur manches vom dortigen Hospitalero erzählen lassen. Die Vorwürfe der Kindesmisshandlung kamen auch zur Sprache, wurden aber konsequent geleugnet. Diese Dokumentation (falls man RTL-Produktionen denn als solche bezeichnen darf) stimmt mich allerdings traurig.

Sollte man also dieser Herberge fernbleiben? Ich finde nicht, allein schon deshalb, um die dortigen Leute mit diesem Bildmaterial zu konfrontieren (was mir aufgrund meiner mangelnden Recherche nicht möglich war). Und wenn man tatsächlich eine Antipathie entwickelt hat und diese Vereinigung nicht unterstützen möchte, zahlt man einfach nichts, da die Übernachtung hier auf Spendenbasis angelegt ist.

Es lohnt sich übrigens, von dort noch mal die paar hundert Meter zurückzulaufen, um vom markierten auf den alternativen Weg zu wechseln, der direkt an der Küste entlang führt. Ich habe es jedenfalls so gemacht und bereue nichts.

Soviel bis hierher, in den nächsten Tagen werden noch zahlreiche Herbergen vorgestellt werden.

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